Böcklin, Carlo

Böcklin, Carlo (1870 Basel/Schweiz – 1934 Sam Domenico di Fiesole/Italien), Maler, Architekt und Graphiker, ist im deutschsprachigen Raum vor allem als Kopist der Werke seines (u.a. duch das Gemälde „Toteninsel“) berühmten Vaters Arnold Böcklin bekannt. Die 1911 in vier Bänden erschienenen „Kasperl-Bilder-Bücher“ von Carlo Böcklin und Beate Bonus (Text) enthalten leicht nachspielbare Geschichten, bei denen der Einfluss der Dramaturgie des Jahrmarktskaspertheaters ebenso zu erkennen ist wie die – dessen Derbheiten abmildernde – künstlerische Handschrift Böcklins.
Im Medienverbund mit den Bilderbüchern kamen 1911 nach Entwürfen von Böcklin gefertigte Handpuppen aus Steinpappe in den Handel (1920 eine zweite Serie aus Holz). In den 1910er und 1920er Jahren fanden die Bücher und Puppen Carlo Böcklins als willkommene Beiträge zur kunsterzieherisch ambitionierten Reform des Handpuppentheaters in Deutschland große Beachtung. Infolge des Siegeszuges der Hohnsteiner Puppenspiele gerieten sie dann allerdings in Vergessenheit.

Gina Weinkauff

Bibliographie: Bonus, Beate: Kasper-Bilder-Bücher. Bd. 1 -3. In digitalisierter Form auf der Website der Universitätsbibliothek Braunschweig einsehbar (www.digibib.tu-bs.de) / Weinkauff, Gina: „Obwohl nicht kasperlemäßig im Sinne des niederdeutschen Kasperlespiels“. Der Anteil von Carlo Böcklin und Beate Bonus an der Entwicklung des künstlerischen Handpuppenspiels in Deutschland. In: Wegner, Manfred (Hg.): Die Spiele der Puppe. Köln 1989