Iwowski, Carl

Im Jahr 1919 begann der kaufmännische Angestellte Carl Iwowski (1894 Hamburg – 1970 Berlin) im Rahmen der sozialen Aktivitäten der Berliner Jugendbewegung mit dem Handpuppenspiel. Mit seinem spielerischen und gestalterischen Talent arbeitete er in den folgenden Jahren an dem Projekt „Darstellungskunst mit Handpuppen“, worunter ein physiognomisch äußerst vielseitiges und originelles Puppenensemble sowie eine Hinwendung zu szenisch-dramaturgisch anspruchsvollen Lösungen zu verstehen ist. Mit einer „Rumpelstilzchen“-Inszenierung 1926 erreichte Iwowski einen Höhepunkt seiner Arbeit, konnte jedoch aus wirtschaftlichen Gründen den Standard eines Puppenschauspiels nicht aufrecht erhalten. 
1935 wandte er sich dem Marionettenspiel zu und erprobte unter anderem neuartige Formen der Einbeziehung des Publikums in das Bühnenspiel sowie ‚Theater auf dem Theater’. Mit seiner Frau und Mitspielerin Ilse Stoppa-Iwowski (1902–2000) inszenierte er in der DDR 1951 „Bällchen-Schnellchen“ von Jan Malik und war 1954 verantwortlich für die Puppenentwürfe zum DEFA-Spielfilm „Pole Poppenspäler“. 1958 stellten die „Iwowski Puppenspiele, Berlin“ ihre Tätigkeit ein.

Manfred Wegner

Bibliografie: Wegner, Manfred: Vom Wandervogel zu einem Kindertheater in der Weimarer Republik. Die Iwowski-Puppenspiele, Berlin. in: Ders.: Die Spiele der Puppe. Beiträge zur Kunst- und Sozialgeschichte des Figurentheaters im 19. und 20. Jahrhundert. Köln 1989, S. 150 – 168

Bildnachweis: Carl Iwowski mit seinem dritten Kasper von 1925,  Foto um 1934 © Sammlung Puppentheater /  Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums