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Online-Lexikon

Maaßen, Jürgen

Schon in seinem Studium der Bildhauerei und Kunstwissenschaft 1973–1980 in Düsseldorf (Deutschland) spezialisierte sich der Ausstatter Jürgen Maaßen (* 1954) auf Puppentheater. Inspiriert von Malern wie Bosch, Breughel, Dix und der Popularität von Karikaturen gestaltet er in seinen Figuren präzise Groteske und volkstümlichen Humor. Beim Modellieren oder Nähen angeregt vom Material, beim Schnitzen von detaillierten Zeichnungen, entwickelt er eigene Techniken und kostümiert seine Figuren selbst. Seit 1984 sind rund 1250 Figuren und auch Plakate, Bühnenbilder, Programmhefte für verschiedene Bühnen entstanden. Aufgrund seiner Restaurierungserfahrung kann er Schnitztechniken und Oberflächengestaltungen vieler Ausstatter des 20. Jahrhunderts bestimmen und rekonstruieren. 
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Marionettenstudio Kleines Spiel

Das 1947 von Studenten der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität gegründete Amateurtheater widmete sich in seiner ersten Entwicklungsphase bis 1967der Aufführung klassischer und moderner Bühnenliteratur (Molière, Büchner, Wilde, Beckett, Brecht). 1952 wurde mit der Inszenierung von Goldonis „Der Lügner“ ein stilistischer Wechsel vom imitativen Marionettenstil zur Figuren- und Bühnenbildabstraktion vollzogen. Auf dieser Basis entwickelte der angehende Dramatiker Tankred Dorst bis 1964 in acht eigens für das Kleine Spiel geschriebenen Stücken ein „Theater der Bilder ohne Psychologie, ein Theater der Poesie und des Traums“ (Dorst). In neuerer Zeit ist neben der Wiederaufnahme älterer Repertoirestücke ein Trend zur Produktion musikalisch-satirischer Bühnenshows und Nummernprogramme festzustellen.

Manfred Wegner
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Mensching, Gerhard

Mensching, Gerhard (1932 Riga/Lettland – 1992 Bochum), Germanist, war seit 1964 Akademischer Rat an der Ruhr-Universität in Bochum (Deutschland) und gründete dort 1958 zusammen mit Kathrin Mensching das „Taschentheater“. Angeregt durch Obraszow erforschte er die Möglichkeiten des Spiels der Hände, aus denen mit nur wenigen Mitteln, wie Handschuhen als Kostüm und Kugeln als Köpfe, einfache Hand-Puppen wurden. Die szenische Wirkung der stilisierten Figuren wurde intensiviert durch eine von Mensching entwickelte Kunstsprache aus wenigen deutschen und vielen erfunden, oft lautmalerischen Wörtern. Die humorvolle Verbindung des Puppenspiels mit sprachwissenschaftlich motiviertem Interesse an vorlogischen Ausdrucksweisen gab seinem Werk eine besondere Prägung.

Anke Meyer
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Möller-Lück, Pavel

1979 gründete Pavel Möller-Lück (* 1959) das "Theater Laboratorium". Parallel zu Lehraufträgen an der Universität Oldenburg und am 1983 neu eingerichteten Studiengang Figurentheater in Stuttgart führt ihn eine rege Tourneetätigkeit durch Deutschland und zahlreiche weitere Länder. Seine z.T. gemeinsam mit seiner Frau Barbara Schmitz-Lenders gespielten Inszenierungen – u .a. "Die drei Käsehochs" (1987); "Was wurde eigentlich aus Konrad Müller?" (1992); "Der kleine Herr Winterstein" (1995); "Der Froschkönig" (1999) – zielen mit sensibler Entwicklung der Stoffe und Figuren, mit Sprachwitz und detailgenauer Szenographie auf einen generationenübergreifenden Austausch zwischen Kindern und Erwachsenen. Seit 1986 wirkt er auch als Regisseur und künstlerischer Leiter verschiedener Figurentheaterfestivals (u.a. "Homunculus" in Hohenems/Österreich). Seit 1995 betreibt er sehr erfolgreich ein eigenes Theaterhaus in Oldenburg.

Gert Engel  (2004)

Bildnachweis: "Der kleine Herr Winterstein", © Theater Laboratorium Oldenburg e.V.