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Waschinsky, Peter

Waschinsky, Peter, deutscher Puppenspieler, Regisseur und Hochschullehrer (*1950 Halle an der Saale/DDR) beendete 1974 das Puppenspielstudium in Berlin. Danach folgten die Soloprogramme „Regenwürmer“ und „Kasparett“. 1976 wurde Waschinsky künstlerischer Leiter am Puppentheater Neubrandenburg, das mit Inszenierungen wie „Der Teilhaber“ (B. Hines, Handpuppen 1977), „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ (B. Brecht, Marionetten 1980) und „Marionettenopern“ (J. Haydn, mit der Staatsoper Berlin 1981) schnell überregionale Anerkennung fand. Ab 1982 arbeitete er als Regisseur von Puppenfilmen, er entwickelte die Improvisationsreihe „Puppenjazz“ und wurde Aktivist der politischen Wende in der Deutschen Demokratischen Republik 1989/90.





Seitdem entstanden Soloprogramme wie „Good bye, Berlin“ und „HAND biss FUSS“; Waschinsky wirkte als Hochschullehrer in Berlin und Charleville-Mézières, als Puppenspieler in Schauspielaufführungen (Berlin, Cottbus, Hamburg) sowie Regisseur u. a. bei „Gaukler, Gott und Gliedermann“ (nach Storm und Kleist 1997), zweimal „Faust“ (Puppenspiel und Goethe 1998), „Max und Moritz – die wahre Geschichte“ (nach W. Busch 2001). Als ebenso originell-kreativer wie unbequem-streitbarer Künstler ist Waschinsky einer der markantesten Vertreter des zeitgenössischen deutschen Puppenspiels.

E. – F. Kratochwil  (2004)

Bibliographie: Taube, Gerd: Zwischen Performance und Tingeltangel. in: Das andere Theater, Heft 29. Berlin 1997, S. 49 f.
Bildnachweis: Peter Waschinsky mit Faust-Marionetten von Jan Hofmann (1998) und seiner Hand-Figur © Peter Waschinsky

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