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Bross, Fritz Herbert

Fritz Herbert Bross (1910 – 1976), Puppenbauer, Diplom Ingenieur, war von 1958 – 1967 Leiter des Seminars für Marionettenbau und -führung am Deutschen Institut für Puppenspiel in Bochum. Danach übernahm er die künstlerische Leitung von „Gerhards Marionetten“ in Schwäbisch Hall. Bross hatte nach dem Krieg seine erfolgreiche Karriere als Diplom Ingenieur abgebrochen, um sich ausschließlich dem Marionettenbau und der Erschaffung von Theaterpuppen zu widmen. Dabei konnte er seine technische Ausbildung ebenso nutzen wie sein nebenberuflich betriebenes Studium der Kunstgeschichte. 
Sein Leitsatz für Marionetten, die er als "künstlerisch-technische Einheit" begriff, belegt ein zukunftsweisendes Verständnis dieser schwierigen Spezies (Theatersparte). Die Einführung physikalischer Begriffe in den Bau von Marionetten bewirkte eine bahnbrechende Erneuerung im darstellenden Bereich mit Marionetten. Er gestaltete einen Puppenkopf, eine Maske so, dass durch den Schwebezustand des Ausdrucks eine vieldeutige Lebendigkeit im Spiel durch Licht und Bewegung erreicht wurde, die durch seine altmeisterliche farbige Fassung noch gesteigert wurde. Seine Fähigkeit zu lehren, hatte großen Einfluss auf viele Puppenspieler und interessierte Laien.

Albrecht Roser

Bibliographie: Meister des Puppenspiels Nr. 32, Fritz Herbert Bross, Deutsches Institut für Puppenspiel, Bochum o. Jg.

Bildnachweis: Fritz Herbert Bross: Marionette „Hexe“, Stuttgart, um 1950 © Sammlung Puppentheater / Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums