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Griesbach, Astrid

Ausgebildet wurde die deutsche Regisseurin Astrid Griesbach (* 1956 Meiningen/DDR) an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in den Fachbereichen Puppenspielkunst (1980–83) und Regie (1988–92). Erste Bühnenerfahrungen als Puppenspielerin von 1983 bis 1988 an den Bühnen der Stadt Gera. 1992 wurde sie Künstlerische Leiterin am „Theater des Lachens“ in Frankfurt/Oder. Aus diesem Theater entwickelte sie 1999 ein freies Ensemble und siedelte mit ihm nach Berlin über. Griesbachs Regiestil gründet in den Traditionen des Volkstheaters – der Commedia dell‘arte, dem Grand Guignol – und den Theorien des russischen Regisseurs Alexander Tairow. 
Im Zentrum ihrer Klassikerinszenierungen stehen die volkstümlichen Archetypen des Puppentheaters, die die Handlung aus der plebejisch-respektlosen Sicht des Narren betrachten und kommentieren („Antigone“, 2000). Die „puppenhafte“ Stilisierung von Schauspielrollen („Dantons Tod“, 1999) ist ebenso kennzeichnend für Griesbachs Arbeiten wie die Verkleinerung, Konzentration und Variation dramatischer Handlungen („lear“, 2001).

Katja Spiess (2004)

Literatur: Martin Linzer: Astrid Griesbach. Theater aus dem Geist des Puppenspiels. In: Werk-Stück. Regisseure im Porträt. Arbeitsbuch 2003. Theater der Zeit. Berlin 2003