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Griebel, Otto

Griebel, Otto (1895 Meerane - 1972 Dresden/DDR), Maler. Griebel war in den 1920er Jahren einer der wichtigsten Vertreter der proletarisch-revolutionären Kunst, Mitbegründer der KPD-nahen „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands“ und der "Neuen Dresdner Sezession". 1920 gründete Griebel in Dresden gemeinsam mit dem Musiker Otto Kunze ein Handpuppentheater, zu dessen Repertoire unter anderem ein Puppenkabarett, eine Faust-Bearbeitung und eine Wagner-Bearbeitung mit dem Titel „Der Lohntütengrien“ zählte. Neben der politischen Satire wurde dort auch der Nonsense gepflegt, für den Griebel als ehemaliges Mitglied der DADA-Gruppe eine Affinität besaß. 
Dieses Programmsegment war durch die Verse von Griebels Freund Joachim Ringelnatz (d.i. Hans Bötticher, 1883-1934) vertreten. 1933 wurde Griebel von der Gestapo verhaftet, ab 1934 arbeitete er als künstlerischer Mitarbeiter beim Dresdner Hygiene-Museum, nach 1945 war er als Kunsterzieher und Dozent an der Arbeiter- und Bauernfakultät der Hochschule für Bildende Künste Dresden tätig.

Gina Weinkauff


Bibliographie: Weinkauff, Gina: Der rote Kasper. Das Figurentheater in der pädagogisch-kulturellen Praxis der deutschen und österreichischen Arbeiterbewegung von 1918–1933. Deutsches Institut für Puppenspiel Bochum 1982.