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Papiertheatermuseum im Hanauer Schloss Philippsruhe

Das Papiertheatermuseum wurde im Januar 1990 aus den Beständen der Hanauer Sammler Helmut Wurz und Dietger Dröse eröffnet und steht unter der Leitung des Vereins Forum Papiertheater e.V. Das Museum bietet einen historischen Blick auf das europäische Papiertheater des 19. Jahrhunderts und versteht sich mit der Durchführung von Sonderausstellungen und Aufführungen als ein ‚lebendiges’ Haus. In der Dauerausstellung werden zirka 20 repräsentative Bühnenaufbauten und 100 Figuren- und Kulissenbogen gezeigt. Glanzstück der Sammlung ist das Theater der Frankfurter Maler- und Industriellenfamilie Engelhard/Rumpf aus dem Jahr 1858. Das Aufführungsrepertoire setzt sich zusammen aus einer Tannhäuser-Parodie nach Nestroy/Binder, der Hindemith-Oper „Das Nusch-Nuschi“ sowie Inszenierungen für Kinder. Die Sonderausstellungen widmeten sich unter anderem dem Sammler Walter Röhler, der Mandl-Bogen Herstellerfirma M. Tretsensky/Wien und dem Thema „Gärten, Park und Landschaft“ im Papiertheater.

Dietger Dröse (2004)

Perrey, Werner

Das „Niederdeutsche Puppenspiel“ in Kiel arbeitete unter Leitung des Juristen Werner Perrey (1896 Kiel - 1967 Resenis b. Kiel) ab 1922 im norddeutschen Raum. Charakteristisch für diese Handpuppenbühne war der intellektuelle Zugang zu gegenwartsbezogenen Themen in den Abendvorstellungen für Erwachsene. Perrey nutzte die Theaterpuppe als Vermittler zwischen Schein und Wirklichkeit, indem er den fiktionalen und vordergründigen Charakter seiner Spiele thematisierte und damit dem Publikum eine Abstraktionsleistung abverlangte, mit der sich der eigentliche Sinn der Vorgänge erst erschließen ließ. Dieses kritische Verfahren zielte auf Absurditäten des modernen Alltagslebens und kreiste thematisch um schematisierte Verhaltensnormen bürgerlicher Geschäftigkeit und nur scheinbar aufrecht zu erhaltender Normalität. Mit diesem Ansatz stand Perrey weitgehend allein in der zeitgenössischen Puppenspielerszene.

Manfred Wegner

Bibliographie: Fülbier, A.: Handpuppen- und Marionettentheater in Schleswig-Holstein 1920-1960. Kiel 2002
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Pocci, Franz Graf von

Franz Graf von Pocci (1807 München - 1876 München) bekleidete ab 1830 in München hohe Hofämter. Große Popularität erlangte er als Volksschriftsteller und Illustrator von Jugend- und Märchenbücher. Obwohl ihm auf dem Schauspielertheater der Erfolg versagt blieb, haben seine Stücke für Puppentheater die Zeiten überdauert. Die zwischen 1859 und 1877 als „Lustiges Komödienbüchlein“ erschienenen sechs Bände enthalten 53 für das „Münchner Marionetten-Theater“ von Josef Leonhard Schmid geschriebene Kasperlkomödien, Ritterstücke, Märchenspiele, Prologe und Intermezzi, die Pocci nach eigener Erfindung, nach Charles Perrault, den Gebrüdern Grimm oder nach Textvorlagen zeitgenössischer Autoren frei gestaltete.
In der Zusammenarbeit von Pocci und Schmid vereinigten sich zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Puppenspiels der Praktiker mit dem Dichter. Schmids Unternehmen verfügte dank Pocci und anderen Autoren als erstes über eine eigene, vom Schauspielertheater unabhängige Dramatik. Viele der Stücke des „Kasperlgrafen“, sind zu klassischen Werken des deutschen Puppenspiel-Repertoires geworden. 
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Puhonný, Ivo

Der familiär aus Österreich stammende aber in Deutschland geborene Maler und Gebrauchsgraphiker Ivo Puhonný (1876 Baden-Baden – 1940 Möhringen b. Stuttgart) gründete 1911 das „Baden-Badener Künstler-Marionettentheater“, mit dessen literarisch anspruchsvollem Spielplan er und sein Spielleiter Ernst Ehlert (1881–1965) von Deutschland aus internationales Ansehen erlangten. Das Theater spielte unter anderem Stücke der deutschen romantischen Literatur (Pocci; August Mahlmann), aber auch moderne Grotesken (Frank Wedekind; Christian Morgenstern) und originelle Varietészenen für Solomarionetten. Damit brachte Puhonný sowohl das klassische Repertoire als auch zeitgenössische Kammerspiele auf die Puppenbühne. 
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Puppentheater Dresden

Das Puppentheater Dresden wurde 1952 als erstes staatliches Puppentheater der DDR nach sowjetischem Vorbild gegründet und mit der Übernahme der Stabpuppen-Inszenierung „Der fröhliche Sünder“ von Paul Hölzig eröffnet. Zunächst in die Landesbühnen Sachsen eingegliedert, spielte das Theater als Tourneebetrieb mit Stabpuppen und großem Ensemble für Erwachsene und Kinder. Erster künstlerischer Leiter war Alex Rötzsch (1901-1959). 1960 wurde das Puppentheater Dresden dem Dresdner Kinder- und Jugendtheater „Theater der jungen Generation“ angeschlossen womit die Arbeit des Theaters auf die Zielgruppe der Drei- bis Sechsjährigen reduziert wurde. Unter Leitung von Fritz Däbritz (1919-1985) erhielt das Theater 1964 eine ständige Spielstätte und auch die Selbständigkeit. Däbritz experimentierte mit neuen Spieltechniken (u.a. Schwarzes Theater, Mischtechniken), legte viel Wert auf Ausstattung, Regie und pädagogische Konzepte und hatte damit Erfolg, wie u. a. die auch international beachtete Inszenierung „Tiger Peter“ von 1965 bewies.
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Puppentheater Halle

Das Puppentheater Halle zählt heute zu den erfolgreichsten Ensemblepuppentheatern Deutschlands. 1954 aus einer Laienpuppenspielgruppe hervorgegangen gehörte das Theater schon in der DDR zu den herausragenden Ensembles. Autorenförderung für das Puppentheater zählte ebenso zu seinen Verdiensten wie das Bemühen um die Traditionen des Puppenspiels. Zu internationalem Renommee gelangte das Theater aber erst, als Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts Teile des einst im Erfurter Theater Waidspeicher erfolgreichen Ensembles mit dem künstlerischen Leiter Christoph Werner nach Halle zogen. Heute hat das Theater sein Domizil im Carrè der Kulturinsel im Herzen Halles und ist Sparte der Bühnen Halle (Theater, Oper und Orchester GmbH). Zu den Protagonisten des Erfolges gehören Prof. Lars Frank, Nils Dreschke, Ines Heinrich-Frank und Frauke Jacobi als Puppenspieler, Christoph Werner als Regisseur und Atif Hussein als Puppengestalter und Ausstatter.

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Puppentheater Neubrandenburg

Gegründet 1976 als 13. staatlich subventioniertes Puppentheater der DDR (in einer Stadt ohne Puppentheatertradition) von Gisela Templin, Gabriele Hähnel, Werner Hennrich, Thomas Mierau und Peter Waschinsky. Die Eröffnung des Theaters im Oktober 1977 mit je einer Inszenierung für Kinder und einer für Erwachsene verdeutlichte eine programmatische Entscheidung: Das Puppentheater Neubrandenburg war das erste Puppentheater der DDR, das nicht nur als Kindertheater fungierte, sondern auch kontinuierlich Inszenierungen für Erwachsene im Repertoire hatte. Darunter künstlerisch so herausragende, auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigte, die die Puppentheaterentwicklung der DDR wesentlich beeinflussenden wie „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ von Bertolt Brecht (Regie Peter Waschinsky), „Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande“ von Heiner Müller (Regie Monika Seerig/Bert Koß) sowie die 1987 in kollektiver Regie (Marlis Hirche, Gerlinde Tschersich, Monika Seerig, Knut Hirche, Bert Koß) entstandene puppentheatralische Adaption von August Strindbergs „Fräulein Julie“.
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Puppentheatersammlung Dresden

Das deutsche Spezialmuseum wurde 1952 in Dresden als staatliche Sammlung gegründet und entstand aus der Privatsammlung des Leipziger Lehrers Otto Link (1888 -1959), der auch erster Leiter wurde. Die Puppentheatersammlung war zunächst Abteilung des Staatlichen Museums für Volkskunst in Dresden, und gehört seit 1968 zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, von 1972 bis 1998 mit eigenem Direktionsbereich. Seit 1960 war die Sammlung in den Räumen einer Villa (Hohenhaus) in Radebeul untergebracht und erhielt hier 1985 ständige Ausstellungsräume. Seit 2004 befindet sich das Museum wieder in Dresden. Leiter der Sammlung waren nach Otto Link u. a. Dr. Rolf Mäser (1960-1991), Dr. Olaf Bernstengel (1991-1993) und Lars Rebehn (ab 1997).

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Puppet Players

Das mobile Figurentheater wurde 1974 in London gegründet und wird seit 1976 unter der Leitung von Susanne Forster und Stefan Fichert in Gauting (Deutschland) fortgeführt. Nach ihrem Englisch- bzw. Kunststudium lernten sie 1967–1976 am Little Angel Theatre in London. Zwischen 1974 und 1985 bauten sie in künstlerischem Austausch mit George Speaight (1914-2005) die eigene Bühne auf. Später entstanden Schattentheaterinszenierungen wie „Josa mit der Zauberfiedel“ (2002) oder „Sisyphos“ (2003) und Marionettenstücke wie „Der weiße Dampfer“ (1998) nach Tschingis Aitmatow.
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Purschke, Hans Richard

Der promovierte Jurist Hans Richard Purschke (1911 Olmütz/Mähren – 1986 Frankfurt a. Main) wirkte in Frankfurt am Main als Puppenspielhistoriker, Publizist und Sammler und gehörte zu den Initiatoren der Neukonstituierung der UNIMA 1957. Er förderte in Gremien und als UNIMA-Rat die internationale Zusammenarbeit und wurde 1980 zum Ehrenmitglied ernannt. 1950-1985 gab Purschke im Selbstverlag das Fachorgan „Perlicko-Perlacko" heraus und erlangte mit zehn Publikationen zur Geschichte des deutschen und europäischen Puppentheaters unschätzbare Verdienste. "Seine Gründlichkeit der Recherchen führte ihn zur Ausbreitung einer großen Materialfülle, die als solides Quellenmaterial für weitergehende Forschung angesehen werden kann" (Ram, 1986). Purschkes Nachlass wird im Puppentheatermuseum Kaufbeuren aufbewahrt.

Manfred Nöbel
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Reichsinstitut für Puppenspiel

1938 von nationalsozialistischen Organisationen (u.a. ‚Hitlerjugend’ und ‚Kraft durch Freude’) gegründetes Institut mit dem Ziel der zentralen Koordinierung, Steuerung und Förderung, aber auch der propagandistischen Instrumentalisierung des Laienpuppenspiels sowie der Berufspuppenbühnen während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland. Die weitgesteckten Ziele des R.I.s umfassten vor allem die flächendeckende Ausstattung der NS-Jugendorganisationen mit normiertem, häufig politisch gefärbtem Spielmaterial (Spielstücke/Texte, die dazu passenden Handpuppenköpfe, dramaturgische Anweisungen), die Koordinierung der Auftritte von Berufspuppenbühnen, deren Begutachtung, die Durchführung von Lehrgängen und die Herstellung erster Puppenspielfilme. 1939 wurde in Berlin eine Vorbereitungsstelle des R.I.s eingerichtet. Die zunächst künstlerische und ab 1941 kommissarische Gesamtleitung übernahm Harro Siegel.
Die Wirren des 2.Weltkrieges verhinderten schon ab 1940 die Verwirklichung vieler Pläne des R.I.s, so auch den Bezug des eigentlichen Institutsgebäudes in Stuttgart. 
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Ritscher, Familie

Die deutsche Marionettenspielerfamilie geht auf Ernst Ritscher (1853-1943) zurück, der als Theatergehilfe in die Familie Listner-Lippold einheiratete. Insgesamt war die Familie über sieben Generationen als Puppenspieler tätig, es existierten mindestens sechs verschiedene Ritscher-Bühnen, die hauptsächlich im sächsischen Erzgebirge und der Lausitz reisten. Die bekanntesten Familienmitglieder sind Herbert Ritscher (1920-1970), ein Enkelsohn von Ernst Ritscher, der 1961 das Staatliche Puppentheater Bautzen gründete, sowie Martha Ritscher, geb. Großmann (1906-1986), und ihr Sohn Roland Ritscher (geb. 1931), die noch bis 1986 mit einem weitgehend unveränderten Theater reisten und dabei die Aufmerksamkeit von Künstlern, Wissenschaftlern und Medien auf sich zogen. Die komplette Bühne befindet sich seit 2003 in der Puppentheatersammlung Dresden.

Lars Rebehn

Bibliographie: Bernstengel, Olaf: Wie einst bei Dreher und Schütz in Potsdam ... „Ritscher's Künstler-Marionettentheater“, Bielatal. Görlitz, Zittau, 2002
Bildnachweis: Martha Ritscher und ihr Sohn Roland mit den Marionetten Gräfin Cosel und Kasper für das Stück: Reichsgräfin Cosel, Foto: Rolf Mäser, um 1964, Bildvorlage: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Puppentheatersammlung

Röhler, Walter

Der Lehrer Walter Röhler (1911 Darmstadt –1974 Mörstadt bei Worms) gilt als der Begründer der deutschen Papiertheater-Forschung. Neben seiner Sammeltätigkeit und dem aktiven Spiel ab 1925 sind es vor allem seine Publikationen und unveröffentlichten Manuskripte, die ihn als Spezialisten ausweisen. Seine Sammlung und das Archiv befinden sich im Besitz der Stadt Darmstadt und werden von einem Förderverein verwaltet.

Dietger Dröse

Bibliographie: Röhler, Walter: Große Liebe zu kleinen Theatern. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Papiertheaters, Hamburg 1963
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Roser, Albrecht

Der Marionettenspieler Prof. Albrecht Roser (* 1922 Friedrichshafen;  † 2011 Stuttgart) erhielt zunächst eine Ausbildung als Grafiker, anschließend lernte er Marionettenbau bei Fritz Herbert Bross. Er erkannte die darstellerischen Möglichkeiten, die in dessen neuen Konstruktionsprinzipien lagen. Mit seiner eignen Schöpfung „Clown Gustaf“ wurde Roser 1951 zum Puppenspieler. „Gustaf und sein Ensemble“, ein Szenenprogramm mit Marionetten, führt ihn seit 1956 durch alle Erdteile. Seine Marionetten sind Instrumente von höchstem bildnerischen und technischen Niveau, nach kinetischen Gesetzen gebaut und „aus dem Schwerpunkt gespielt“. 
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Sammlung Puppentheater und Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums

In Folge des 1939 nicht realisierten Ausstellungsvorhabens „Das süddeutsche Puppenspiel“ gründete die Stadt München im Jahr 1940 das Puppentheatermuseum und unterstellte es der Leitung von Ludwig Krafft (1901–1977). Das Museum sammelt und dokumentiert seither alle Bereiche des Figurentheaters. Die frühesten Bestände stammen aus der Zeit um 1800. Die international ausgerichtete Sammlung von ca. 13.000 Figuren umfasst Handpuppen, Marionetten, Stab- und Schattenfiguren, Theatrum Mundi, Laterna magica, mechanische Figuren sowie Papiertheater und wird durch Schenkungen und Ankäufe ständig erweitert. Der Arbeitsschwerpunkt des Museum liegt auf der Erschließung des traditionellen und des künstlerischen Puppen- und Figurentheaters in Deutschland. Hinzu kommen reichhaltige Bestände aus anderen europäischen Ländern sowie aus Asien und Afrika.
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SCHAUBUDE BERLIN Theater. PuppenFigurenObjekte

1993 wurde das Theater als DIE SCHAUBUDE Puppentheater Berlin in den Räumen des 1990 geschlossenen Staatlichen Puppentheaters Berlin in der Greifswalder Straße als zentrale Spielstätte des Berliner Puppen-, Figuren- und Objekttheaters eröffnet. Sie ist der einzige auf Puppen- und Figurentheater spezialisierte Veranstalter deutscher und ausländischer Gastspiele in Berlin, der über eine eigene Spielstätte und ein kontinuierliches Gastspielangebot verfügt. Zugehörig zur Kulturprojekte Berlin GmbH und gefördert durch das Land Berlin, definiert sich das Profil der SCHAUBUDE über die künstlerischen Handschriften und ästhetischen Konzepte der gastierenden Gruppen. Der größte Teil der Vorstellungen wird von Berliner Puppen- und Figurentheatern bestritten. Nationale und internationale Gastspiele finden im Kontext thematischer Gastspielreihen, als Sondergastspiele oder im Rahmen von konzeptionell genau definierten Festivals statt. 
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Scheibler, Annette

Die Puppenspielerin Annette Scheibler (* 1967 München) studierte 1987-92 am Studiengang Figurentheater Stuttgart und spielt seit 1992 unter dem Namen Theater pepperMIND als freie Tourneebühne mit Sitz in Stuttgart (Deutschland). Nach Solostücken, „Romeo & Julia“ (1994), „Klodette kocht“ (1996) und „Blaubart“ (1998), sucht sie die Ensemblearbeit u. a. mit Gyula Molnar, Astrid Griesbach und dem Ensemble Materialtheater Stuttgart, mit dem sie seit Jahren fest zusammen arbeitet. Scheiblers Spiel changiert zwischen Objekttheater und Rolle. Es zeichnet sich durch eine Affinität zu Gegenständen aus, die als Partner behandelt werden, sowie ihre schauspielerische Bühnenpräsenz, die mit den Mitteln des Erzähltheaters, clownesk-komödiantischer Spielweise bis hin zu Volkstheateraspekten arbeitet.
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Schichtl, Familie

Die Familienchronik dieser aus Süddeutschland stammenden Schausteller- und Puppenspielerdynastie reicht zurück auf das letzte Drittel des 17. Jahrhunderts. Die frühen Generationen widmeten sich dem Bau von beweglichen Krippen, betrieben mechanische Kunstkabinette, reisten als Instrumentalvirtuosen und zeigten zoologische Museen. 1869 gründeten die Söhne von Johann Evangelist Ignatz Schichtl, Julius, Franz August und Michael August, in München ein Zaubertheater. Ihr jüngerer Bruder Johann begann seine berufliche Laufbahn 1867 mit dem „Münchner Kasperltheater“, das er ab den 1870er Jahren um ein reisendes Spezialitätentheater erweiterte. Auch Franz August und Michael August bereisten nach 1880 die Festplätze in Deutschland mit aufwändig gestalteten Zelt- und Holzbauten und zeigten ein repräsentatives Marionetten- und Varietéprogramm: Trickmarionetten (Fantoches), Szenen mit Kakautzkyfiguren, Theatrum mundi, Laterna magica-Projektionen, Phantasmagorien, Kinematographie, Zauberei und Pantomimen.
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Schmid, Josef Leonhard

Josef Leonhard Schmid (1822 Amberg - 1912 München) eröffnete am 5. Dezember 1858 in München mit aktiver Unterstützung Franz von Poccis das "Münchner Marionetten-Theater". Schmid präsentierte seine Marionettenvorstellungen für Erwachsene und Kinder in wechselnden Spiellokalen, bis die Stadt München für ihn ein festes Haus erbaute. Es wurde am 3. November 1900 eröffnet und wird noch heute als Marionettentheater betrieben. Mit „Papa Schmid“, der auch als guter Kasperspieler galt, und seinem Theater begann in Deutschland die Reform des Puppenspiels mit einer eigenen, vom Schauspielertheater unabhängigen Dramenliteratur. 
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Schröder, Carl

Der deutsche Puppenspieler, Ausstatter und Regisseur (1904 Kötitz/Sachsen – 1997 Radebeul) hatte zunächst einen technischen Beruf erlernt, begann jedoch wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage 1925 eine Ausbildung zum Werklehrer. Angeregt durch Aufführungen von Max Jacob, Werner Perrey und Carl Iwowski wurde er Ende der zwanziger Jahre selbst Berufspuppenspieler. Er spielte gemeinsam mit seiner Frau Henriette („Henny“) geb. Quoadt (1900-1982). Zunächst orientierte er sich an am Stil der Hohnsteiner Puppenspiele, später ließ er sich von Oswald Hempel inspirieren.