Apel, Familie

Zum Grundbestand des Theaters der deutschen Marionettenspielerfamilie Apel gehörte der Theaterfundus von Franz Finzenz Lorgie und Heinrich Rau. Damit reichen die Traditionen dieses Theater zurück bis zur Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Das Apelsche Marionettentheater wurde 1878 von Albert Apel (1847-1905) gegründet. Seit 1892 spielte die Familie Apel zum Teil auch in eigenen stationären Theatern in Dresden. Während Albert Apel das überlieferte Repertoire pflegte, schrieb sein Sohn Heinrich (1875-1920) viele seiner Stücke selbst. Dabei griff er bekannte regionale Sagen ebenso auf wie aktuelles regionales Zeitgeschehen. 
Viele der anderen sächsischen Marionettenspieler spielte seine Stücke nach. Zwischen 1905 und 1907 gastierte Heinrich Apel im europäischen Ausland. Das „Apel’sche Marionettentheater“ war mittlerweile aus der Dresdner Theaterszene nicht mehr wegzudenken. Heinrich Apels Sohn Gustav Heinrich (1895-1975) knüpfte an den künstlerischen Erfolg des Vaters an. Heinrich Apel d.J. erweiterte das Repertoire mit Legenden aus der Geschichte Dresdens und der Umgebung sowie Opern und Operetten, wobei Eleven der Dresdner Staatsoper die Gesangspartien übernahmen. In den ersten Jahren der DDR versuchte Heinrich Apel d. J. Teile seines traditionellen Repertoires zu bewahren und russische Märchen für seine Bühne zu adaptieren. Seit den sechziger Jahren trat er nur noch mit Varieté-Marionetten auf. Der Bühnenfundus befindet sich heute im Puppentheatermuseum München und in der Puppentheatersammlung Dresden.

Olaf Bernstengel

Bibliographie: Johannes Moser, Lars Rebehn, Sybille Scholz (Hg), „Mit großer Freude greif ich zur Feder“ – Autobiographische und biographische Zeugnisse sächsischer Marionettenspieler, Dresden 2006
Bildnachweis: Eisverkäufer. Theatrum-mundi-Figur aus dem Marionettentheater von Heinrich Apel, Dresden, Sachsen, um 1900 © Sammlung Puppentheater / Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums