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Online-Lexikon

Thalias Kompagnons (ehemals Tristans Kompagnons)

Der Namensgeber der 1983 in Süddeutschland gegründeten Gruppe, der Puppenspieler und Regisseur Tristan Vogt, stammt aus einer Musikerfamilie und wurde in seinem künstlerischen Handwerk von der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ geprägt. 1986 stieß der in Wien ausgebildete Ausstatter und Regisseur Joachim Torbahn hinzu. Gemeinsam leiten die beiden Künstler seitdem ihr professionelles freies Theater, seit 1997 mit fester Spielstätte in Nürnberg. Spezifisch für die Arbeit von Thalias Kompagnons ist neben der Zusammenarbeit mit deutschen Gegenwartsautoren (Fitzgerald Kusz, Ingeborg von Zadow) die Kombination von Figurenspiel und Musik, die sich im kommentierenden Wechselspiel gegenseitig erhellen, konterkarieren und ironisieren („Wagners Ring“, 1998; „Zwerge. Eine fränkische Passion“, 2000).

Katja Spiess  (2004)

Literatur: Tristan Vogt: Das obszöne Zaubermittel? Überlegungen zur Musik-Dramaturgie im Figurentheater. In: Das andere Theater, Heft 43, Berlin 2001
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Theater Handgemenge

Das „Theater Handgemenge“ hat das Bild vom deutschen Puppen- und Figurentheater in den neunziger Jahren und bis heute wesentlich mitgeprägt. Es ist aus der Arbeit von fünf Absolventen der Abteilung Puppenspielkunst der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin hervorgegangen. Friederike Krahl, Peter Müller, Pierre Schäfer, Anne Swoboda und Martin Thoms waren im Herbst 1989 an der ersten Produktion, einem Szenenstudium, beteiligt. Ihre Diplominszenierung „Lavendel – Ein Handgemenge“ entstand im Frühjahr 1990 unter der Regie von Prof. Hans-Jochen Menzel. Der Untertitel wurde zum Namen eines der in der Folgezeit erfolgreichsten deutschen Puppentheaterensembles. Peter Müller (Neubrandenburg), Pierre Schäfer (Berlin) und Friederike Krahl (Karlsruhe) bilden neben Gästen heute den Kern des „Theaters Handgemenge“.
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Theater o.N. (Zinnober)

Theater o.N. (Zinnober) wurde 1979 von den Puppenspielern Hans Krüger und Therese Thomaschke in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegründet und konstituierte sich 1980 als Gruppe freier Puppen- und Schauspieler unter der Bezeichnung „Theater Zinnober“ in Ost-Berlin. Damit entstand das erste Off-Theater der DDR. Mit „Die Jäger des verlorenen Verstandes“ (1982) kreierte Zinnober ein Handpuppen-Kasperstück als aggressiv-satirische und verzweifelt-komische Bestandsaufnahme der Gegenwart; bemerkenswert das Aufbrechen des Formenkanons des DDR-Puppentheaters durch eine Blechbühne, unterschiedlich große Figuren (von Christian Werdin) und die listig-groteske Neubewertung spielerischer und gesellschaftlicher Klischees. 1985 entstand „traumhaft“, ein autobiographisch inspiriertes Schauspiel. Zinnober erhielt Preise für das Kasperstück und die Kinderstücke „Einszweidreivierfünfsechssieben“ (Menschen und Puppen) und „Die Bremer Stadtmusikanten“ (Schattentheater). Es gab aber auch Aufführungsverbote, u.a. für „Station Pillgram 218“ (Solo Gabriele Hänel). 1989 wurde unter dem neuen Namen Theater o.N. (Zinnober) eine eigene Spielstätte in Berlin eröffnet. 
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Theater Waidspeicher Erfurt

Das Theater Waidspeicher Erfurt, ein Ensembletheater für Puppen- und Figurenspiel, wurde 1979 als Sparte der damaligen Städtischen Bühnen Erfurt gegründet. Es erhielt 1986 mit dem Einzug in das mittelalterliche Gebäude eines ehemaligen Waidspeichers eine feste Spielstätte. Seit 1993 wird das Puppentheater als Theater Waidspeicher in gemeinnütziger Form geführt und zu gleichen Teilen von der Stadt Erfurt und dem Land Thüringen subventioniert.
Das Repertoire des Theaters (pro Spielzeit etwa zehn Inszenierungen) basiert auf unterschiedlichsten Stoffen und Erzählweisen. Märchen finden sich ebenso im Spielplan wie literarische Klassiker oder Krimi-Adaptionen – dargestellt mit den Mitteln des konventionellen Marionetten-, Hand-, Stab- bzw. Tischpuppenspiels wie mit denen des experimentellen Theaters (u.a. Computeranimation, Videoprojektion). Die Mehrzahl der Vorstellungen (ca. 250 im Jahr) richtet sich an Kinder und Jugendliche, wenngleich auch Inszenierungen für Erwachsene fester Bestandteil des Repertoires sind.
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Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln

Die Sammlung wurde in den 20er Jahren des 20. Jhd. gegründet von dem Theaterwissenschaftler und Hochschullehrer Carl Niessen (1890–1969) und beherbergt ein großes wissenschaftliches Archiv zur Theatergeschichte. Die Figurentheaterabteilung beinhaltet unter anderem den Nachlass des Sammlers Wilhelm Löwenhaupt (1872–1935). Aus dem Fundus an Stabfiguren, Marionetten und Schattenspielfiguren ragen die Sammlung zum frühen Kölner Hänneschen Theater und der Bestand an javanischen und chinesischen Schattenspielfiguren heraus. Die ältesten Stücke sind sechs ägyptische Schattenspielfiguren aus dem 14. Jh. Neben zahlreichen Archivalien sind die handschriftlichen Stücktexte von besonderem Interesse.

Rudi Strauch (2004)