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Online-Lexikon

Kasper

Kasper ist eine seit dem 19 Jahrhundert in Deutschland so beliebte Figur, dass der Begriff „Kaspertheater“ umgangssprachlich oft als Synonym für Handpuppentheater gebraucht wird. Das vielen Figuren-Varianten zugrunde liegende Spielprinzip„Kasper“ hat seine Quellen im italienischen Pulcinella-Spiel, das wiederum auf die Commedia dell’Arte zurückgeht.
Den Namen „Kasper“ für eine Theaterfigur gibt es, seit Johann Laroche (1744 – 1806) den Kasperl Larifari in der Nachfolge des Hanswurst als Lustige Figur des Wiener Volkstheaters berühmt gemacht hat. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Kasper im deutschsprachigen Puppentheater populär; dabei sind unter der Vielzahl unterschiedlichster Figuren zwei Hauptstränge zu benennen: Einmal die Einbindung des Kaspers in die Dramatik des „volkstümlichen“ Marionettentheaters. 
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Ketturkat, Peter

Ketturkat, Peter (geb. 1949). Theater-Spieler und Gestalter, Bildkünstler und Dozent. Ist in seiner künstlerisch-philosophischen Haltung einer der konsequentesten Verfechter des „Theaters der Dinge“ in Deutschland. Seit 1978, nach dem Studium der traditionellen Formen des Puppenspiels entwickelte er aus Materialien der Moderne das inzwischen zum Objekt-Theater-Klassiker gewordene Stück „Keine Angst vor großen Tieren“. Seine Wirkungsstätten sind u.a. Bochum, Berlin, Wien und London. Hier entstehen im Zusammenwirken mit anderen Künstlern Inszenierungen, die die Grenzen des konventionellen Figurentheaters sprengen: jede Darstellerpersönlichkeit integriert sowohl sich selber als auch die sinnliche und symbolische Qualität der dinglichen Welt als gleichberechtigte Komponente in die Entwicklung, Gestaltung und Aufführung von Stücken in einer vorwiegend visuellen Theaterform.

Konstanza Kawrakowa-Lorenz (2004)

Bibliographie: Ketturkat, Peter: Das Ding, Das Objekt, das Spiel. In: Brendenal, Silvia (Hg.): Animation fremder Körper. Theater der Zeit Arbeitsbuch. Berlin, 2000, S. 54 – 57
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Kobalt Figurentheater

1975 gründeten die Theaterwissenschaftlerinnen Kristiane Balsevicius und Silke Technau in Berlin ihr Figurentheater, dem 2000 Stephan Schlafke beitrat. Mit Gespür für die kindliche Empfindungsweise schaffen sie Inszenierungen, die durch Spontaneität im Spiel, Poesie und visuellem Witz geprägt sind und eine Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins zum Ziel haben. 1984 entstand für Erwachsene die Groteske „Zasper“, eine moderne Auseinandersetzung mit der Handpuppe und dem Kasper. Eigenwillige Adaptionen von Klassikern und Gegenwartsliteratur (Gombrowicz, O’Brien) folgten. Sie erarbeiten Collagen („Liebe und das ganze Theater“ 1998) und experimentieren mit Opern („Rigoletto“ 1996, „Der Barbier von Sevilla“ 2003). Die Figur steht dabei stets im Mittelpunkt der dramaturgischen Auseinandersetzung. Das mobile Theater gastiert europaweit. Die Ensemblemitglieder führen auch Regie, lehren, forschen und arbeiten in fachbezogenen Redaktionen mit.
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Kölner Hänneschen

Das Stabpuppentheater Kölner Hänneschen wurde 1802 von dem Deutschen Schneidergesellen Christoph Winters gegründet. Winters kombinierte die Puppenführungstechnik der Krippenspiele, die unterhalb der Bühne erfolgt mit den lebhaften Armbewegungen der über Kopf geführten Antwerpener Stabpuppen. Dieser neue Puppentyp war einer der ersten seiner Art in Westeuropa. Anfänglich waren die Figuren rund 35 cm hoch. Bald hatten sie jedoch schon die doppelte Größe erreicht. Das Repertoire umfasste zunächst den Faust sowie eine große Anzahl an Stücken, die vermuten lassen, Winters hätte sie geschrieben um eine ganze Truppe Rheinländischer Charaktere zu präsentieren. Angeführt wurden sie von Hänneschen, einem fröhlichen Bauern in einer roten Weste, nach dem das Theater benannt ist. Nachahmungen des Kölner Hänneschen gab es in ganz Nordeuropa. 
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Kramer, Harry

Im künstlerisch vielfältigen Werk von Harry Kramer (1925 Lingen - 1997 Kassel) bezeichnet die Beschäftigung mit dem Mechanischen Theater den Übergang vom Tanz zum Film und zum Entwurf und Bau fragiler kinetischer Drahtplastiken. Zwischen 1953 und 1955 entstanden in Paris unbekleidete Marionetten als Materialcollagen und erste Figuren auf Rädern zum in Berlin uraufgeführten Programm „13 Szenen“. Kramer verzichtete auf eine dramatische Handlung und führte im schwarzen Bühnenraum Bewegungsstudien zu „konkreter Musik“ vor.