Ensemblepuppentheater trafen sich zu Symposium "Aufbruch"

06. Juli 2016

Sie diskutierten Hemmnisse und Bedingungen für eine qualitative Weiterentwicklung.

Erstmals seit 1990 trafen sich 50 Vertreter kommunaler Ensemblepuppentheater und internationale Referenten in Magdeburg. Sie diskutierten und analysierten Hemmnisse und Bedingungen für eine qualitative Weiterentwicklung der Arbeit an den Häusern. Die kommunalen Ensemble-Puppentheater sichern nicht nur die regionale Grundversorgung Kinder und Jugendlicher mit Theater, sondern stoßen seit Jahren künstlerische Innovationen der gesamten darstellenden Kunstszene an. Dementgegen steht ihre unzureichende öffentliche Wahrnehmung als Theater, die politisch Stellung beziehen und deren Künstler politisch agieren. Die kommunalen Ensemblepuppentheater zählen derzeit jährlich ca. 200.000 Besucher.

Das Mitteldeutsche Figurentheaterzentrum am Puppentheater Magdeburg hatte im Rahmen des 11. Internationalen Figurentheaterfestival BLICKWECHSEL vom 28.06.-1.7.2016 nach Magdeburg geladen. Die Förderpolitik der Kommunen Halle/Saale und Magdeburg und des Landes, welche langfristige und gesicherte Arbeitsgrundlagen an den Puppentheatern in Halle und Magdeburg bietet, ermöglichte diese von Sachsen-Anhalt ausgehende Initiative.

Das Symposium AUFBRUCH in Magdeburg wurde von einer kuratierten Werkschau der Ensemble-Puppentheater begleitet. Es wurde neben dem grundsätzlichen Problem der öffentlichen Anerkennung der Kunstform das Problem des fehlenden künstlerischen Nachwuchses im Bereich Puppentheaterregie und (mit Ausnahme der Puppentheater Halle und Magdeburg) PuppenspielerInnen herausgearbeitet.

Ersterem kann zukünftig mit einer stärkeren Vernetzung der Studiengänge Regie und Puppenspiel an den beiden Hochschulen in Berlin und Stuttgart entgegengewirkt werden. Um das Engagement an einem Ensemble-Puppentheater für den Puppenspielernachwuchs attraktiv zu halten, scheint eine Befragung und Veränderung der generellen Arbeitsstrukturen der Theaterbetriebe notwendig. Essentiell ist die Schaffung von Kreativräumen, die den jungen Künstlern Freiräume bieten, eigenständig schöpferisch tätig zu werden.

Diesen Prozess soll die nunmehr beginnende zweite Projektphase von AUFBRUCH anstoßen: Bis 2018 sollen den beteiligten Ensemble-Puppentheatern Gelder zur Verfügung gestellt werden, um in Kooperationsprojekten untereinander, mit internationalen Künstlern oder der freien Szene in Laboratorien oder Werkstätten alternative Produktionsmethoden auszuprobieren.

Ziel des auf insgesamt drei Jahre angelegten Projektes AUFBRUCH ist die Weiterentwicklung der ostdeutschen Ensemble-Puppentheater sowie die Qualifizierung ihrer öffentlichen Wahrnehmung als Kreativpoole hochprofessioneller, innovativer Künstler.

Foto: Es diskutierten unter anderem: Veselka Kunskeva (BG) ,Ruslan Kudashov (RU), Anna Invonova (RU), Alexei Leliavski (BLR), Frank Bernhardt (GER) (v.l.n.r.). © Jesko Döring

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