Studiengang Figurentheater, Stuttgart

Der Studiengang Figurentheater besteht seit 1983 als ein eigenes Departement der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. „Figurentheater“ ist hier ein Sammelbegriff, der Materialtheater, Objekttheater und Puppentheater zusammenfasst. Das Studium fördert und begleitet ausdrücklich den individuellen künstlerischen Prozess konzeptioneller Entscheidungen und betreibt die dafür notwendigen bildnerischen und darstellerischen Experimente. Die wesentlichen Studieninhalte werden dabei vor allem in Spielprojekten vermittelt. Dort werden Szenen, Stücke und Ausdrucksmittel konzipiert, hergestellt, inszeniert und zur Aufführung gebracht.

Darüber hinaus werden im ‚Materialtraining’ die Wirkungsmöglichkeiten des verschiedenen Rollenmaterials erforscht und deren Animation trainiert. In der ‚Sprache des Figurentheaters’ wird, abgesehen von Atem- und Stimmbildung, an der Zeichensprache, der Körpersprache und der Lautsprache des Spielers, seines Materials und beider zusammen gearbeitet. Im ‚Bildnerischen Gestalten’ geht es in den meisten Fällen um ein projektgebundenes Herstellen von Ausdrucksmitteln und Theaterfiguren. Im ‚Körpertraining’ wird neben Grundlagen des Schauspiels mit besonderem Augenmerk die Fähigkeit zur Separation entwickelt. Darüber hinaus gibt es Einzelkurse zu Geschichte, Wirkungsästhetik und Dramaturgie des Figurentheaters, Szenographie, Masken- Clowns- und Kindertheater, Bühnentechnik und Betriebspraxis.
Eine Aufnahmeprüfung ist erforderlich; die Studienzeit beträgt acht Semester; Abschluss ist der ‚Bachelor of Arts’.

Werner Knoedgen  (2004)