Puppentheater Dresden

Das Puppentheater Dresden wurde 1952 als erstes staatliches Puppentheater der DDR nach sowjetischem Vorbild gegründet und mit der Übernahme der Stabpuppen-Inszenierung „Der fröhliche Sünder“ von Paul Hölzig eröffnet. Zunächst in die Landesbühnen Sachsen eingegliedert, spielte das Theater als Tourneebetrieb mit Stabpuppen und großem Ensemble für Erwachsene und Kinder. Erster künstlerischer Leiter war Alex Rötzsch (1901-1959). 1960 wurde das Puppentheater Dresden dem Dresdner Kinder- und Jugendtheater „Theater der jungen Generation“ angeschlossen womit die Arbeit des Theaters auf die Zielgruppe der Drei- bis Sechsjährigen reduziert wurde. Unter Leitung von Fritz Däbritz (1919-1985) erhielt das Theater 1964 eine ständige Spielstätte und auch die Selbständigkeit. Däbritz experimentierte mit neuen Spieltechniken (u.a. Schwarzes Theater, Mischtechniken), legte viel Wert auf Ausstattung, Regie und pädagogische Konzepte und hatte damit Erfolg, wie u. a. die auch international beachtete Inszenierung „Tiger Peter“ von 1965 bewies.
Ansätze zur Weiterentwicklung des Spielplans wurden in den 1970er Jahren durch den schlechten baulichen Zustand der Spielstätte mit jahrelangen Schließungen erschwert. Ab 1976 wurden wieder Stücke für Erwachsene inszeniert. In den 1980er Jahren profitierte das Ensemble um den Oberspielleiter Peter Beckert (1927-1988) von der Puppenspielerausbildung in Berlin. Junge Absolventen brachten frischen Wind nach Dresden. Kleine Inszenierungen in offener Spielweise rückten in den Mittelpunkt. 1988 konnte auch das Stammhaus unter der Leitung des neuen Intendanten Dietmar Müller (1943-1997) wieder eröffnet werden. Müller favorisierte ein intelligentes Volkstheater mit Märchen, Kasperliaden und historischen Stoffen für die Erwachsenen. Neuen Schwung erhielt das Theater durch Horst-Joachim Lonius als künstlerischen Leiter von 1996 bis 2000. Er pflegte neben den Märchen einen literarischen Spielplan. 1998 wurde das Theater wieder dem Theater Junge Generation angeschlossen. Die Sparte Puppentheater setzt gegenwärtig unter der künstlerischen Leitung von Heikki Ikkola auf die Entdeckung neuer literarischer Stoffe für das Puppentheater und auf Zusammenarbeit mit außereuropäischen Künstlern.

Lars Rebehn (2004)