Leese, Fritz

Ab 1928 Handpuppenspieler, setzte Fritz Leese (1909 – 2004) seit den 50er Jahren Figuren verschiedener Figurenschöpfer (unter anderem von Fritz Herbert Bross und Hansjürgen Fettig) für seine immer wieder variierten Spielformen ein. Er kann als einer der ersten vorsichtigen Modernisierer gelten, der sich auch in der Stückauswahl mitunter aus den Traditionslinien gelöst hat. (etwa durch die deutsche Erstaufführung von "Bällchen, Schnellchen" von Jan Malik) 1968 war er Mitbegründer und bis 1977 auch Geschäftsführer des bis heute existierenden Verbandes "Deutsche Puppentheater" (VDP). 
Mit seiner Verbandsarbeit hat er die professionelle Szene in der Bundesrepublik Deutschland geeint, gestützt und gefördert. Am Aufbau des VDP-Archivs hatte er maßgeblichen Anteil. 1957 war er an der Neugründung der UNIMA in Prag beteiligt, und ab 1981 wirkte er als Redakteur des vier Mal jährlich erscheinenden UNIMA-Rundbriefes bis zu dessen Ablösung durch die Zeitschrift "Das andere Theater" (Deutschland, nationaler Artikel, Periodika).

Anke Meyer


Bibliographie: Fritz Leese: Kann man davon leben...? Ein Puppenspieler erzählt. Frankfurt/Main 1986