Kobalt Figurentheater

1975 gründeten die Theaterwissenschaftlerinnen Kristiane Balsevicius und Silke Technau in Berlin ihr Figurentheater, dem 2000 Stephan Schlafke beitrat. Mit Gespür für die kindliche Empfindungsweise schaffen sie Inszenierungen, die durch Spontaneität im Spiel, Poesie und visuellem Witz geprägt sind und eine Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins zum Ziel haben. 1984 entstand für Erwachsene die Groteske „Zasper“, eine moderne Auseinandersetzung mit der Handpuppe und dem Kasper. Eigenwillige Adaptionen von Klassikern und Gegenwartsliteratur (Gombrowicz, O’Brien) folgten. Sie erarbeiten Collagen („Liebe und das ganze Theater“ 1998) und experimentieren mit Opern („Rigoletto“ 1996, „Der Barbier von Sevilla“ 2003). Die Figur steht dabei stets im Mittelpunkt der dramaturgischen Auseinandersetzung. Das mobile Theater gastiert europaweit. Die Ensemblemitglieder führen auch Regie, lehren, forschen und arbeiten in fachbezogenen Redaktionen mit.
Seit 2007 hat Stephan Schlafke die künstlerische Leitung des Figurentheaters Lübeck übernommen. Dies hat die Nachfolge des Marionettentheaters Fritz Fey angetreten. Silke Technau und Stephan Schlafke sind seitdem als Kobalt Figurenheater Lübeck in Lübeck ansässig und Gesellschafter der Figurentheater Lübeck gGmbH während Kristiane Balsevicius weiterhin als Kobalt Figurentheater Berlin tourt.

Christiane Klatt   (2004/2011)

Bibliographie: Kobalt Figurentheater. In: Puppen, Menschen und Objekte. Theaterzeitschrift. Heft 82. Berlin, 2000/1, S. 6 - 10
Bildnachweis: LIEBE und das ganze Theater, Solo Kristiane Balsevicius (links); Der Barbier von Sevilla, Silke Technau und Stephan Schlafke (rechts) ; KOBALT Figurentheater, 2005