Puppentheater Halle

Das Puppentheater Halle zählt heute zu den erfolgreichsten Ensemblepuppentheatern Deutschlands. 1954 aus einer Laienpuppenspielgruppe hervorgegangen gehörte das Theater schon in der DDR zu den herausragenden Ensembles. Autorenförderung für das Puppentheater zählte ebenso zu seinen Verdiensten wie das Bemühen um die Traditionen des Puppenspiels. Zu internationalem Renommee gelangte das Theater aber erst, als Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts Teile des einst im Erfurter Theater Waidspeicher erfolgreichen Ensembles mit dem künstlerischen Leiter Christoph Werner nach Halle zogen. Heute hat das Theater sein Domizil im Carrè der Kulturinsel im Herzen Halles und ist Sparte der Bühnen Halle (Theater, Oper und Orchester GmbH). Zu den Protagonisten des Erfolges gehören Prof. Lars Frank, Nils Dreschke, Ines Heinrich-Frank und Frauke Jacobi als Puppenspieler, Christoph Werner als Regisseur und Atif Hussein als Puppengestalter und Ausstatter.

Die spielerische Dimension des Ausprobierens prägt die Arbeit dieses Ensembles. Das Konzept der Bühnenfigur als einer durchgehend gestalteten Rolle wurde zugunsten vielfach sich überlagernder Erzählebenen aufgegeben. Weder die Puppe noch der Spieler hat das Primat, die darstellerischen Ausdrucksmittel werden nach Maßgabe der zu erzählenden Geschichte gewählt. Die schauspielerische und puppenspielerische Virtuosität der Hallenser Puppenspieler gründet neben ihrer fundierten Ausbildung an der Abteilung Puppenspielkunst der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ auf dieser Idee von der Bühnenfigur.

Gerd Taube  (2004)