Die Spieldose

Die 1955 von Münchner Studenten der Technischen Universität gegründete Amateurbühne hat bis in die Mitte der 1970er Jahre eine Entwicklung durchlaufen, die sich am künstlerisch-technischen Potenzial der figürlichen Mechanik orientierte. Stationen dieses Weges waren das imitative Marionettenspiel, die Figurenabstraktion, das Spiel mit Licht-Schatten-Projektionen unter Einbeziehung des Films und das mechanische Theater als Anwendung formaler und physikalischer Verfahren auf Material. Hierbei wurde auch schon Computertechnologie genutzt. Ab 1979 entstanden wechselnde Spielformationen, die ihre spezifischen Interessen in unterschiedlichen Formen des Figurentheaters zum Ausdruck brachten und bis heute mit dem Konzept ästhetischer Vielfalt eine feste Spielstätte betreiben.

Manfred Wegner  (2004)
Literatur: Theater der Mechanik, Ravensburg 1972

Bildnachweis: Marionettenstudio "Die Spieldose": Marionette zu "Meister Pedros Puppenspiel" (nach Manuel de Falla), München 1960  © Sammlung Puppentheater / Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums