17. März 2020

Hier gibt es die News rund um das Festival.


Fest steht: Die FIDENA kann in diesem Mai nicht stattfinden. Unklar ist noch, ob einzelne der geplanten Aufführungen als FIDENA-Special im Herbst und Winter 2020 an verschiedenen Spielorten präsentiert werden können – oder ob tatsächlich das gesamte Programm abgesagt werden muss. Darüber werden derzeit intensive Abstimmungsgespräche mit Förderern, Kooperationspartnern und Künstler*innen geführt.

In der Zwischenzeit hat das Team um Intendantin Annette Dabs aber beschlossen, eines der Programmhighlights, die im Festivalzentrum Kultur-Uhle im Bochumer Zentrum realisiert werden sollten, in die digitale Welt zu verlegen: So appelliert die FIDENA in den Zeiten von Corona an das höchste der Gefühle und schreibt den FIDENA Grand Prix d’Amour aus!

Jetzt, wo wir alle #zuhausebleiben und mit #socialdistancing zu kämpfen haben, merken wir, wen oder was wir schmerzlich vermissen bzw. wer oder was uns wirklich guttut. Nicht alle Menschen haben das Glück, ein Zuhause zu haben und profitieren von der zwangsläufigen Nähe. Solidarität wird derzeit wieder überall großgeschrieben, doch wen schließt dieser Zusammenhalt wirklich ein?

GRAND PRIX D'AMOUR

Die FIDENA möchte an die Liebe erinnern, sie feiern und in den Fokus rücken. Daher lädt sie zu einem moderierten Online-Contest ein. Teilnehmen kann jede*r Liebende ab einem Alter von 16 Jahren; der Contest ist offen für jeden selbstkomponierten Song von der perfekten Schnulze über den entzückendsten Rap bis hin zur herzerweichendsten Rockballade. Ab dem 15. Mai können Beiträge online eingereicht werden, ab dem 19. Mai werden die besten Einreichungen (maximal 50 Stück) auf https://fidena.love präsentiert. Eine Jury zeichnet die besten Songs aus und würdigt die Gewinner*innen und ihre Werke am 30. Mai in einer digitalen Live-Preisverleihung. Für den 1. Preis gibt es 400 Euro Preisgeld, der 2. Preis ist mit 300 Euro dotiert, der 3. Preis mit 200 Euro. Ein herzlicher Dank für das Bereitstellen der Preisgelder geht an die Stadtwerke Bochum, die die FIDENA als eines ihrer Zukunftsprojekte unterstützen.

Das Festivalteam bittet alle Teilnehmer*innen, die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus auch bei der Kreation der Songs und Videos zu berücksichtigen. Alle weiteren Infos und die Teilnahmebedingungen sind auf https://fidena.love zu finden.

Auf viele romantische, komische, rührende und schräge neue Liebeslieder aus Bochum und der ganzen Welt freuen sich

Annette Dabs und das Team der FIDENA

FIDENA – Erste Programm-Highlights veröffentlicht

29. Januar 2020

Erstmals kooperiert die FIDENA, die in diesem Jahr vom 19. bis 30. Mai stattfindet, mit den Ruhrfestspielen. Gleich drei Programmhighlights präsentieren beide Festivals gemeinsam in Recklinghausen und Marl.

Nachdem die Ruhrfestspiele ihr Programm bekanntgaben, wird am Freitag, den 31. Januar 2020, auch der Vorverkauf für das Festival beginnen. So sind auch für die Kooperations-Gastspiele bereits ab Ende der Wochen Karten zu haben.

„Olaf Kröck und ich hatten bereits in seiner Bochumer Zeit am Schauspielhaus viele Berührungspunkte. Er hat die FIDENA damals kennen- und schätzen gelernt. Darum lag eine Kooperation nahe und dieser neue Schritt in der Regionalisierung unseres Festivals ist mir eine große Freude.“ 

 

La Valse des Hommelettes

Aus dem französischen Maillet reist der amerikanische Puppenspieler und Regisseur Patrick Sims mit seiner Kompanie Les Antliaclastes ins Ruhrgebiet und zeigt seine Inszenierung La Valse des Hommelettes. In seinem assoziativen Stück für Zuschauer*innen ab 8 Jahren greift Sims Motive aus drei Erzählungen der Brüder Grimm auf und verdichtet sie atmosphärisch. Die archaische Kraft und Bildsprache der Grimmschen Erzählungen fasziniert Patrick Sims seit Langem, in La Valse des Hommelettes erweckt er sie nun zum Leben: Zur Geisterstunde erscheinen Wichtel als schaurig-schöne Kreaturen, um ihren Schabernack mit den Menschen zu treiben. In traumhaften Sequenzen tauschen sie ein schlafendes Baby gegen ein Kuckuckskind, helfen einem armen Schuster und stiften allerhand Durcheinander. Untermalt wird Patrick Sims’ „Wichtel-Walzer“ von einem dichten Klangteppich, der zum Großteil aus Kompositionen von Moondog besteht, dem legendären Musiker, der in den späten 1970ern seinen Weg nach Recklinghausen fand. Umso passender, dass seine Musik nun dort im Festspielzelt erklingt – am 21. Mai um 15 und 18 Uhr sowie am 22. Mai um 19 und 21 Uhr.

 

Der Traum vom Karneval der Tiere

Vom Zusammenspiel aus Musik und Puppen lebt auch Der Traum vom Karneval der Tiere der Theatergruppe Etcétera mit dem Murtra Ensemble aus Granada. Zu den zeitlos schönen Melodien von Camille Saint-Saëns’ „Der Karneval der Tiere“ und Claude Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ hat Regisseur Enrique Lanz ein humorvolles und poetisches Spiel um Fantasie und Fiktion kreiert, das die ganze Familie in seinen Bann zieht. Zunächst meint das Publikum, es säße in einer Orchesterprobe, da springt plötzlich ein kleines Wesen – ein Faun! – aus einem Geigenkoffer. Die Musiker*innen erzählen ihm eine Gute-Nacht-Geschichte, der Faun schläft ein und beginnt zu träumen: von Tieren aus Afrika, Asien und Australien – schwimmende, fliegende, große, kleine, langsame, schnelle und prähistorische Tiere. Er träumt sogar von einem Orchester…. Aufgeführt wird Der Traum vom Karneval der Tiere mit Livemusik und zum Teil überlebensgroßen Tierfiguren für Zuschauer*innen ab 5 Jahren am 23., 24. und 25. Mai, im Theater Marl.  

 

Böhm

Die dritte Produktion, die FIDENA und Ruhrfestspiele gemeinsam einladen, kommt aus Österreich: Im Auftrag des Schauspiel Graz entwickelte der junge Regisseur und Puppenspiel-Star Nikolaus Habjan, der selbst aus Graz stammt, mit dem Autor Paulus Hochgatterer den Soloabend Böhm über den gleichnamigen Grazer Dirigenten. Karl Böhm gilt nicht nur als einer der größten Virtuosen seines Fachs, sondern auch als Beispiel für den dunklen Fleck in der deutsch-österreichischen Geschichte: Einerseits war er ein herausragender Künstler, nutzte jedoch den Nationalsozialismus, um seine Karriere voranzutreiben. Habjans und Hochgatterers Aufführung über Böhm als gottähnlichen Alleinherrscher und selbstherrlichen Despoten setzt sich – sensibel und scharf beobachtend – mit einer komplizierten Biografie auseinander und liefert zugleich eine kluge, ungebrochen aktuelle Analyse des Mitläufertums. Die 2018 für den Nestroy-Theaterpreis nominierte Inszenierung wird am 27. und 28. Mai, jeweils um 20 Uhr, im Theater Marl gezeigt. Im Anschluss an die erste Vorstellung findet ein Nachgespräch mit Nikolaus Habjan und FIDENA-Intendantin Annette Dabs statt.

 

Eintrittskarten für „La Valse des Hommelettes“ und „Der Traum vom Karneval der Tiere“ kosten 16 Euro, ermäßigt 13,50 Euro; für „Böhm“ zwischen 22 und 33 Euro, ermäßigt zwischen 20 und 28 Euro. Sie sind erhältlich über die Kartenstelle und den Online-Vorverkauf der Ruhrfestspiele, weitere Infos sind zu finden auf www.ruhrfestspiele.de/service/karten