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Research am dfp

11. Januar 2018

Von Dezember 2017 bis Januar 2018 war Samareh Mirfendereski Stipendiatin des Research-Programms.

Fast 5000 Kilometer weit ist Samareh Mirfendereski gereist, um im dfp ihre Research-Residenz anzutreten. 28 Tage lang arbeitete die gebürtige Iranerin hier, sammelte Impulse für zukünftige Projekte, sichtete Videos und suchte Quellen für die theoretische Auseinandersetzung mit ihren Arbeiten.

 

Probenimpression der Abschlussinszenierung in Teheran.

 

Innen und Außen

2017 beendete Mirfendereski in Teheran ihren Master, den sie mit dem Schwerpunkt Puppentheater studierte. Ihre Abschlussarbeit „Animated Objects as Social Agency“ rieb sich an Idolen und Statuen. Die Suche nach der Verortung des Selbst und auch die Faszination des Oberflächlichen bleiben in ihren aktuellen Auseinandersetzungen zentral. Immer wieder geht es um die Manipulation von Körpern und um Bilder der Weiblichkeit. Wie werden Blicke auf die eigene Person gesteuert? Wie muss eine Frau sich der Gesellschaft präsentieren? Was ist Perfektion? Welche Qualitäten hat Selbstwahrnehmung? Es sei besonders der Abgleich der Blicke unterschiedlicher Kulturen auf Ihre Themen, den sie hier in Bochum suche und dem sie in zahlreichen Gesprächen nachgegangen sei, so Mirfendereski.

Optimierung vs. Selbstverwirklichung

Schönheitsoperationen beschreibt sie als populär in ihrer Heimat. Besonders zentral: das Gesicht. Die Spannung zwischen einem makellosen Äußeren und der Bedeckung von Haar und Körper, wie es von ihr gefordert werde, führten zu einer besonderen Rolle dieser Partie. Das Ringen zwischen Einschränkung, Optimierung und Selbstverwirklichung prägt ihre künstlerischen Auseinandersetzungen. Mirfendereskis Medium: das Figurentheater. Hier sieht sie die Chance, verschiedene Kunstformen miteinander kommunizieren zu lassen. Die Manipulation von Objekten gebe ihr so die Möglichkeit, Bilder zu erzeugen und Geschichten zu erzählen.

Den Aufenthalt in Bochum nutze sie auch, um Museen zu besuchen und an Workshops teilzunehmen. In naher Zukunft möchte sie mit dem Doktorstudium beginnen, wofür ihr Weg sie möglicherweise auch wieder nach Bochum bringt.