Musik in der Verbindung mit neuen visuellen Formen kann die Sinne berauschen. Die FIDENA 2010 zeigt in diesem Jahr herausragende internationale Beispiele, in denen Figur und Musik gleichberechtigt nebeneinander stehen, sich Musik und Performance gegenseitig neue, oft ungewöhnliche Ebenen eröffnen. Synästhetische Erfahrungen werden möglich, Sinneseindrücke differenzierter wahrgenommen, oder es stellt sich das Gefühl des Verlustes einzelner Komponenten ein, ähnlich einer Leerstelle, wie es die interessante niederländische Produktion »Tussen« provoziert.

Gute Musik ist manchmal unsere letzte Zuflucht vor dem Lärm der Welt. Aber wir müssen beizeiten auch auf die Pauke hauen: Die Kultur ist allerorten durch die kommunalen Finanznöte in Bedrängnis, da müssen wir uns Gehör verschaffen. Auf der FIDENA wird darum täglich »Der Letzte Schrei« zu vernehmen sein. Und als Ouvertüre startet das Figurentheater der Nationen mit einem ganzen Tag in der Innenstadt: »Fidena goes Downtown!«. Hier kommentieren wir die Wirtschaftskrise, hier gibt es FIDENA für alle! Damit nicht genug: wir haben die Preise gegenüber dem letzten Jahr deutlich gesenkt. Außerdem setzen wir weiter auf die bewährte Zusammenarbeit mit vielen Bochumer Institutionen und kooperieren erneut mit den Flottmann-Hallen in Herne.
Unsere europäischen Probleme relativiert ein Blick nach Afrika: mit Freude setzen wir die Kooperation mit dem Kulturzentrum Espace Masolo fort, die 2005 so erfolgreich mit »Le Cadeau – das Geschenk« begann. »King Kongo« heißt das neue Stück, das in Bochum zur Uraufführung kommen wird, und die daran beteiligten Jugendlichen aus Kinshasa werden dem Publikum in der Kunstkirche Christ König mit ihrer Fanfare gehörig einheizen!
Zwanzig Produktionen, darunter zwei Uraufführungen als Eigenproduktionen, drei Deutsche Erstaufführungen, ein spezielles Programm für Kinder aller Altersstufen (wo gibt es schon drei verschiedene Rotkäppchen-Versionen zur Auswahl?) und ein außergewöhnliches Filmprogramm haben es auf Ihr aktivstes Sinnesorgan abgesehen: auf Ihr Ohr!
Lassen Sie sich ein auf einen Festival-Rausch, der nicht benebelt, sondern eine Bereicherung im Denken und Fühlen hinterlässt.
Annette Dabs(Festivalleiterin)